Samstag, 12. August 2017

[Rezension] "Young Sherlock Holmes - Der Tod liegt in der Luft" von Andrew Lane (Band 1)


Young Sherlock Holmes

Der Tod liegt in der Luft

von Andrew Lane

aus dem S. Fischer-Verlag – FJB


Genre: Jugendroman
Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Taschenbuch mit 416 Seiten
Deutsche Erstausgabe: Februar 2012

ISBN-Nr.: 978-3596193004
Preis Buch (9,99€)
Preis E-Book (9,99€)


Inhalt:
Der junge Sherlock Holmes soll seine Sommerferien auf dem Land verbringen – bei Tante Anna in Farnham. Stundenlang dauert die Reise und nichts als Gerstenfelder weit und breit. Noch öde geht es ja wohl kaum, Sherlock ist stocksauer. Doch dann kommt alles ganz anders, und plötzlich ist er mittendrin in seinem ersten Fall. Mysteriöse Todesfälle, prügelnde Muskelprotze und ein böser Baron – das erste Abenteuer des jungen Meisterdetektivs beginnt.


Meine Meinung:
Aufmerksam auf Sherlock Holmes bin ich durch die Mini-TV-Serie „Sherlock“ geworden, wo die beiden Schauspieler Benedict Cumberbatch (Sherlock Holmes) und Martin Freeman (Dr. Watson) ermitteln. Was mir besonders gut an dieser Serie gefiel, war das Ermitteln in der heutigen Zeit, jedoch ohne Verlust des gewissen britischen Humors und Sherlocks Eigenarten. Dennoch fragte ich mich immer wieder, wie es nun alles mit Sherlock Holmes angefangen hat. Wie ist er wirklich zum Ermitteln und somit zu seinem Titel „der Meisterdetektiv von London“ gekommen? Ich muss gestehen, dass ich die Erstwerke vom Autor Arthur Conan Doyle nicht kenne, sowie die weiteren Werke mit Sherlock Holmes durch verschiedene Autoren. Denn die fiktive Figur des Detektiv Sherlock Holmes ist durch seinen Erfolg in mehreren Romanen, sowie Filmen dargestellt. Meine Aufmerksamkeit hat sich dann auf die Jugendbuchreihe „Young Sherlock Holmes“ vom Autor Andrew Lane gezogen. Allein der kurze Inhalt auf der Rückseite versprach mir die Antworten zu finden, die ich gegenüber Sherlock Holmes hatte. Und ich wurde nicht enttäuscht und hab nun ein besseres Bild von meinem Lieblingsdetektiv.

Wenn man den 1. Band „Young Sherlock Holmes – Der Tod liegt in der Luft“ in den Händen hält, merkt man gleich, dass es sich um den Meisterdetektiv handeln muss. Im Hintergrund sieht man den Big Ben mit einem Teil des Palace of Westminster. Und im Vordergrund befindet sich der jüngere Sherlock Holmes, der mit einem Schwert zum Angriff oder zur Abwehr bereit steht. Doch leider merkt man gleich beim Lesen der Inhaltsangabe, dass dieses Cover täuscht. Denn die richtige Geschichte zum Roman spielt in fernen Farnham, wo seine Verwandtschaft lebt. In der ganzen Geschichte spielt leider nur ein Teil davon in London, das ich persönlich sehr schade finde und somit auch das Cover unpassend ist. Denn man kennt Sherlock Holmes, wie er in London ermittelt. Das ist in unter anderen eine Art seines „Merkmal“ und dieses wurde leider fürs Cover benutzt. Jedoch die Abbildung von Sherlock Holmes passt sehr gut. In Laufe der Geschichte lernt man immer mehr vom jungen Holmes kennen, und auch, wie er immer mehr in Schwierigkeiten gerät. Es gibt sogar eine Szene im Roman, wo er mit diesem Schwert gegen seinen Gegner kämpft und da hatte ich gleich diese Abbildung vor Augen. Das schöne dabei ist auch, dass man nur rein grob Sherlock Holmes sieht und Feinheiten, was z.B. sein Gesicht angeht, weg gelassen wurde. Dadurch, dass die Romanfigur schon mehrere Male durch andere Schriftsteller, sowie Schauspielern verkörpert wurde, bleibt es in diesem Fall dem Leser selbst überlassen, wie er sich den Charakter bildlich vorstellt.

Auch der Titel, sowie der Untertitel passen hervorragend zum Buch. In diese Jugendbuchreihe geht es um den jüngeren Sherlock Holmes, der wohl in dem Alter von 14 Jahren ist und noch auf einer Jungenschule geht. Somit kommen keine Verwechslungen mit den erfahrenden, älteren Meisterdetektiv auf. Auch der Untertitel „Der Tod liegt in der Luft“ ist zwar am Anfang etwas verwirrend, doch schon gleich am Anfang des Romans wird dem Leser bewusst, worum es sich dabei vielleicht handeln könnte, ohne genaueres zu verraten. Denn es wird gleich im Prolog beschrieben, wie eine mystische und dunkle Wolke durch ein Fenster flieht, wo gerade jemand um sein Leben geschrien hat. Nach und nach im Verlauf der Geschichte wird dann Aufgedeckt, womit man es zu tun hat.

Dabei ist die Spannung in diesem Fall auch sehr gut aufgebaut. Als erwachsender Leser muss man bitte daran denken, dass es sich hierbei um einen Jugendroman handelt und somit die tiefere Spannung eines Krimis oder Thrillers hier nicht zu finden ist. Sie wird jedoch gleich am Anfang an aufgebaut, wo Matty den ersten Mord durch einen blöden Zufall miterlebt. Es gibt zwar immer wieder Phasen in den Roman, wo sich die Erzählung etwas in die Länge zieht, jedoch verliert Andrew Lane nie den Hauptfaden zur Geschichte und baut so die Spannung konstant auf. Dabei beschreibt er nicht nur, in welchen Situationen unsere Charaktere sich gerade befinden, sondern schreibt auch sehr bildgerecht die Umgebung. Ein England, welches im Zeitraum in den 1860er Jahren spielen könnte. In dieser Zeit reisten die Menschen noch mit Kutschen von einem Ort zum Anderen, statt Handy oder Emails gab es noch die alte schriftliche Postzustellung, wo man die Briefe noch mit einem Wachssiegel versiegelte, oder falls die Nachricht eilig war, wurde eine Telegramm gestellt. Und genau diese ganzen Details hat der Autor so gut mit in die Geschichte hinein gebracht, dass man als Leser selbst das Gefühl hat, im damaligen England zu leben. Was mich jedoch etwas störte, waren die sehr langen Kapitel. Man konnte zwar auch so sehr gut das Buch zur Seite legen und die Geschichte daraufhin weiter verfolgen. Doch an manchen Abschnitte fragte ich mich selbst, warum der Autor nur einen Absatz gemacht hat und nicht gleich ein neues Kapitel begonnen hat. So passiert in einem Kapitel sehr viele unterschiedliche Ereignisse, manchmal auch auf darauffolgenden Tageszeiten.

Die Charaktereigenschaften von Sherlock Holmes sind sehr identisch mit den älteren Holmes, den ich aus der Mini-TV-Serie kenne. Der leichte Stursinn, die schnelle Auffassungsgabe, die unermüdliche Neugierde, sowie die Liebe zu rothaarigen Mädchen. In manchen Situationen musste ich regelrecht schmunzeln, wie so manche Eigenart von Sherlock zu Leben erweckt wurde und im Laufe seines Leben beibehalten wurde. Bzw., wie der Autor Andrew Lane es geschafft hat, die Charakterzüge vom älteres Sherlock auf den Jüngeren zu projizieren.
Auch sein älterer Bruder Mycroft wird in diesem Roman erwähnt und spielt unterschwellig eine gewisse „größere“ Rolle. Schon gleich im ersten Absatz, wo Mycroft auftaucht, musste ich regelrecht lachen. Denn diese typische Redensart von ihm, mit einem leichten Anteil von Überheblichkeit und Besserwisserisch kenne ich nur zu gut aus der Serie. Somit hat sich dieser Mycroft gleich ein Platz in meinem Herzen gesichert, und dabei hatte ich gleich den Schauspieler Mark Gatiss vor Augen gehabt. Er spielt zwar selbst im Roman kaum mit, doch es ist eine wichtige Kontaktperson für Sherlock, die ihm innerlich immer wieder Halt gibt.
Etwas traurig war ich, dass leider mein persönlicher Lieblingscharakter Dr. Watson nicht vorkam. Aber durch die Serie wusste ich, dass sie sich eben erst im erwachsenden Alter kennenlernen, wo Dr. Watson durch eine Kriegsverletzung zurück nach London kommt und somit sein Weg zu Sherlock findet. Doch in dieser Jugendbuchreihe ermittelt Sherlock nicht alleine. Es gibt dabei 2 wichtige Nebencharakter, die Sherlock an der Seite stehen. Als seinen „treuen Begleiter“ steht im der Waise und Alleingänger Matthew Arnatt (kurz Matty genannt) zur Seite. Er entdeckt auch den ersten Mordfall und durch einen kleinen Zufall findet er das Vertrauen zu Sherlock und somit beginnt die Jagd nach der Wahrheit. Außerdem steht Sherlock der Lehrer Amyus Crowe zur Seite, der ihm die entsprechenden Schlussfolgerungen beibringt und somit wohl auch seine Leidenschaft zum Ermitteln verschafft.
Auch der „Bösewicht“ hatte seine typischen Charakterzüge, wie ich sie bisher bei den Gegner von Sherlock aus der Serie kenne. Und dabei hat Andrew Lane es auch geschafft, dass dieser Charakter bis zum Schluss geheimnisvoll bleibt. Man erfährt zwar so nach und nach, wer es ist und warum er diese Tat vollzog, jedoch bleibt er weiterhin im Dunkeln verborgen.
Etwas verwirrend fand ich es, dass in diesem Roman sogar sehr kurz seine Schwester erwähnt wird. Zwar nicht wirklich ins Detail genau, jedoch muss ich nun gestehen, dass ich erst ab der 4. Staffel der Mini-TV-Serie davon erfuhr, dass Sherlock und Mycroft eine Schwester haben. Aber zum Glück hat sich Andrew Lane mit den Details der Schwester noch sehr zurück gehalten und somit hoffe ich, dass ich sie bald in den nächsten Bänden vielleicht besser kennen lernen werde.


Mein Fazit:
Wer den Meisterdetektiv von London, Sherlock Holmes, in irgendeiner Art kennt, wird sich in die jüngere Ausgabe von ihm in der Jugendbuchreihe „Young Sherlock Holmes“ verlieben. Andrew Lane hat es geschafft, einen jungen Sherlock zu erfinden, der trotzdem seine Eigenarten besitzt und dadurch zum Ermitteln kommt. Mit seiner Spannung um die Mordfälle von Farnham, und die dadurch entstehenden Komplikationen von Sherlocks Leben, schafft er es bis zum Ende den Leser zu fesseln. Man fiebert regelrecht mit und man möchte nun unbedingt wissen, wie es nun in den folgenden Bänder mit Sherlock weitergeht. Ich selbst freue mich, auf ein weiteres Abenteuer des jungen Sherlock Holmes.

Dienstag, 8. August 2017

Gemeinsam Lesen 08/2017 - Erneutes Lesen?

Hallo ihr Lieben!

Die Woche schreitet langsam voran und mein Urlaub geht langsam zu Ende. Aber trotzdem genieße ich noch die Tage, auch wenn der Alltag einem immer mehr einholt. Ich sitze dann gemütlich auf der Terrasse und genieße neben meinem Heißgetränk meinen aktuellen Roman. Denn ab nächster Woche komme ich nur noch am Wochenende dazu, mich zu entspannen.

(Bildquelle siehe *hier*)

Mit der AktionGemeinsam Lesen von Schlunzen-Bücher stelle ich euch nun meinen aktuellen Roman vor. Vielleicht hab ich somit einen kleinen Lesetipp auch für euch.
(Falls du auch an ihrer Aktion dran teilnehmen möchtest, dann schau doch mal auf ihrem Blog vorbei. Denn die Fragen kannst du als Bloggerin, sowie als Leserin beantworten.)

1. Frage: Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
In dieser Woche lese ich den ersten Band der Jugendromanreihe „Young Sherlock Holmes – Der Tod liegt in der Lust“ vom Autor Andrew Lane. Und zurzeit befinde ich mich auf der Seite 261 von 390.

2. Frage: Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
„Du sieht nett aus“, sagte Sherlock, als er ihr gegenüber Platz nahm und der Kutscher seine Tasche hinten bei dem anderen Gepäck verstaute.

3. Frage: Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Seit ich die Serie „Sherlock Holmes“ mit den Schauspielern Benedict Cumberbatch und Martin Freeman gesehen habe, bin ich ein richtiger Sherlock Holmes Fan geworden. Nicht nur, dass es in meiner Lieblingsstadt London spielt, sondern auch die Art und Weise, wie Sherlock ermittelt, haben es mir angetan. Und ich muss euch nun gestehen, davor kannte ich den Namen nur so vom Hörensagen her, habe aber nie die Werke über den Meisterdetektiv gelesen. So dachte ich mir, was wäre, wenn ich die Geschichte von Sherlock lese, wo er selbst noch ein Jugendlicher war. Vielleicht bekommt man dabei so manche Information, die in der Serie fehlten. Wie er z.B. zum Ermitteln gekommen ist, und/oder warum er eben so eine gewisse Eigenart besitzt. Und diese Antworten finde ich wirklich in den 1. Band der „Young Sherlock Holmes“-Reihe. Auch von der Story und der Spannung her (man muss dabei aber bedenken, dass es sich hier um ein Jugendroman handelt), bin ich regelrecht gefesselt und kann es kaum erwarten, mit Sherlock weiter auf Ermittlungstour zu gehen.

Klappentext:
Der junge Sherlock Holmes soll seine Sommerferien auf dem Land verbringen – bei Tante Anna in Farnharm. Stundenlang dauert die Reise und nichts als Gerstenfelder weit und breit. Noch öder geht es ja wohl kaum, Sherlock ist stocksauer. Doch dann kommt alles ganz anders, und plötzlich ist er mittendrin in seinem ersten Fall. Mysteriöse Todesfälle, prügelnde Muskelprotze und ein böser Baron – das erste Abenteuer des jungen Meisterdetektiv beginnt.

4. Frage: Nimmst du dir bei bestimmten Büchern vor, sie nochmal zu lesen? Wenn ja, tust du es wirklich?
Als meine große Leidenschaft mit dem Lesen angefangen hat, hab ich jedes Buch behalten und gedacht: Ja, die werde ich nochmal lesen. Nur leider ist es bis heute nie dazu gekommen und so hatten sich an die 500 Bücher bei mir angesammelt. Als ich dann im März zu meinem Freund gezogen bin, musste ich mich von einigen meiner Bücher trennen. Ich darf nur noch die behalten, die mir besonders gut gefallen haben, die eine besondere Erinnerung haben oder signiert sind. Denn da meinte mein Freund: Falls mir doch irgendwann mal der Lesestoff ausgeht, werde ich diese Bücher eher nochmal in die Hand nehmen, als sonst irgendeines. Aber wir Beide wissen ganz genau, so lange ich Buchbloggerin bin, wird das wohl nie der Fall sein.

Welches Buch liest ihr gerade aktuell? Und gefällt es euch?
Seid ihr vielleicht auch Fans von Sherlock Holmes und kennt diese Jugendbuchreihe? Falls nicht, wäre sie dann etwas für euch?

Ich wünsche euch weiterhin eine schöne Woche,
eure Shelly

Montag, 7. August 2017

Montagsfrage 06/2017 - Schönstes Cover

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr seid gut in die neue Woche gekommen. Für mich fängt nun meine letzte Urlaubswoche an, die ich Zuhause verbringen werde. Denn neben den üblichen Hausarbeiten stehen noch so andere Aufgaben an, die ich extra immer bis zum Urlaub hin verschoben habe. So werde ich später noch meine Terrasse auf Vordermann bringen und danach es mir mit meinem aktuellen Buch „Young Sherlock Holmes Band 1“, oder einer weiteren Folgen meiner aktuellen Serie „The O.A.“ gemütlich machen. Doch nun gönne ich mir mit einem Latte Macchiato eine kleine Verschnaufpause und werde für euch die aktuelle Montagsfrage beantworten.
(Falls du auch Lust hast, die Montagsfrage von der Bloggerin Buchfresserchen zu beantworten, so schau doch einfach auf ihrem Blog vorbei.

(Bildquelle siehe *hier*)

Wenn du dir deine letzten 10 Neuzugänge anschaust, welches ist das schönste Cover?


Erst musste ich mir überlegen, welche Bücher ich nun zum Schluss bekommen habe und wie die Cover aussehen. Doch nach ein paar Minuten hatte ich ein ganz bestimmtes Bild vor meinen Augen. Ich weiß nicht genau, ob es nun zu den letzten 10 Neuzugänge gehört, aber all so lange ist es nun auch noch nicht her. Es handelt sich dabei um den Roman „Die Schule der Nacht“ von Ann A. McDonald. Da ich im Allgemeinen sehr darauf achte, wie ein Cover aussieht (bin auch so ein typischer Bücherkäufer, der in erster Linie nach dem Cover geht), ist es mir damals direkt in den Neuerscheinungen aufgefallen. Dieses dunkle, leicht mystische blau mit der silbernen Schrift, das Gartentor mit dem dahinterliegenden Gebäude haben mich sofort in den Bann gezogen. Wie ich auch bereits in meiner Rezension dazu geschrieben habe, fand ich das Cover auch sehr ansprechend zur Geschichte des Romans. Dabei habe ich mir das Hauptcollegegebäude immer so wie auf dem Cover vorgestellt. (Die Rezension könnt ihr HIER nachlesen.)

Was haltet ihr von dem Cover zu „Die Schule der Nacht“ von Ann A. McDonald?
Und für welches Cover hättet ihr euch entschieden?

Ich wünsche euch noch eine schöne restliche Woche.
So lange die Sonne noch scheint, werde ich nun die Gartenarbeit auf meiner Terrasse erledigen.

Eure Shelly

Sonntag, 6. August 2017

[Urlaub an der Ostsee] Teil 1 - Die Anreise

Hallo ihr Lieben!

Die Hälfte von unserem Urlaub ist nun auch schon vorbei. Da freut man sich das ganze Jahr über auf diese zwei Wochen, man arbeitet daraufhin, oder in meinem Fall war es eher ein Lichtblick gegenüber meinen ständigen Spätschichten und Samstagsdienste. Doch nun, wo der Urlaub schon zur Hälfte rum ist, fragt man sich, wo ist die Zeit geblieben? Aber vielleicht liegt es auch daran, dass wir einfach eine tolle Zeit hatten und somit die Tage nur so an einem vorbei geflogen sind.

Denn in diesem Jahr war der Urlaub etwas Besonderes für mich/uns gewesen. Denn es war unter anderem der erste gemeinsame Urlaub mit meinem Freund gewesen, wo wir auch mal verreist waren. Bisher blieben wir immer Daheim und haben es uns dort recht gemütlich gemacht. Entweder mit Filme-/Serientage, Spieletage oder mit kleinen Ausflügen, wie z.B. in die Therme. Aber da in diesem Jahr auch meine Großeltern ihre goldene Hochzeit feierten und meine Verwandtschaft ca. 600km weiter weg wohnen, mussten wir eben „verreisen“. Und eins kann ich euch jetzt schon sagen, diese paar Tage am Meer taten uns Beide richtig gut, mal vom Alltag Abschied zu nehmen.

Um euch von unserem Urlaub zu berichten, welche Katastrophen wir erlebt haben, oder schöne Erinnerungen im Kopf geblieben sind, unterteile ich diesen Bericht in mehrere Abschnitte. Denn er wird doch etwas länger, als ich zuerst dachte.

Die Anfahrt:
Eins muss ich euch vorweg sagen, an manchen Stellen war der Urlaub auch so richtig Nerven raubend, wie z.B. die Hinfahrt nach Eckernförde, wo wir gut 11 Stunden unterwegs waren. Im Übrigen: Eigentlich sollte die Fahrt nur 6 Stunden dauern. Wir haben vorsichtshalber mal 7-8 Stunden eingeplant, um mal kleine Pause für die Toilette, Essen und Trinken einzulegen. Jedoch meinte die A7 es nicht gut mit uns. Denn durch einen Erdrutsch bei Hannover (die Woche davor war der kräftige Dauerregen gewesen, und in manchen Regionen von Deutschland waren die Städte sogar überschwemmt) mussten wir schon gleich die erste Umleitung fahren, die einige Minuten auf unsere Fahrzeit setzte. Dann hatten wir das Glück, dass wir auch noch zu Beginn der Sommerferien von Bayern losfuhren, wo nun nicht nur durch die Familien aus Bayern die Straßen voll waren, sondern auch gleichzeitig alle Bundesländer nun Ferien hatten und somit ein allg. großes Verkehrsaufkommen war. An sich eigentlich kein Problem, wenn nicht immer wieder Unfälle passierten und somit zur „kurzzeitigen“ Vollsperrung der Autobahn kam. Denn genau das ist uns 4 mal auf der Strecke von Hannover nach Rendsburg (dort endete für uns die Fahrt auf der A7) passiert. Und wir waren noch so schlau und dachten, dass wir auf unser Navi vertrauen, der gleich mit einer Umgehungsroute ankam. Nur leider wusste dann das Navi nicht, dass gerade mitten in der neuen Route die Landstraße gesperrt ist, weil sie neu gemacht wird. Somit sind wir einmal quer durch ganz Niedersachsen gefahren. An sich ist es ja auch nicht schlecht. So sieht man dann Ecken von Deutschland, die wir vorher noch nie gesehen haben. Wie ein kleines Dorf namens „Texas“. Das nächste Mal buchen wir dort eine Ferienwohnung und erzählen allen schön, dass wir in Texas Urlaub machen. Aber ohne den Hinweis, dass wir nur das kleine Dorf in Niedersachsen meinen und nicht in die USA fliegen. Aber Spaß beiseite: Uns war nicht zum Lachen zumute, als wir auf die Ankunftszeit schauten und die immer weiter in den späten Abend ging. Bis wir kurz vor Hamburg wieder auf die A7 gefunden haben, waren somit auch schon wieder fast 2 Stunden vergangen und die Nerven lagen langsam blank. Wir waren seit 6 Uhr morgens mit dem Auto unterwegs und hatten bisher auch nicht wirklich Pausen gemacht. Der Hunger kam immer mehr und auch die verzweifelte Suche nach einer öffentlichen Toilette wurde zur Qual, wenn man nur links und rechts Felder um sich hatte. Ich meine, als Mann hat man es ja wesentlich leichter, aber ich als Frau? Ich muss euch gestehen, ich kann es nicht, einfach so in der Wildnis mich in ein Gebüsch zu hocken. Da bin ich wohl wirklich zu sehr verwöhnt vom Großstadtleben.
Als wir dann endlich in Hamburg ankamen, sind wir natürlich direkt in den Berufsverkehr geraten. Wir standen regelrecht Schlange, um in den Elbtunnel zu fahren. Also schlichen wir mehr oder weniger auf der A7 voran. Klar meinte unser Navi, es gibt Alternativen. Aber wir waren so sauer, dass wir meinten: Wir bleiben nun auf der A7, egal welcher Stau noch kommt. Und leider hörte es wirklich nicht auf. Nach gequälten 45 Min durch Hamburg kamen wir dann in Neumünster in den nächsten Stau. Ich muss euch nun sagen, es war das erste Mal, dass ich allg. eine so lange Strecke „am Stück“ gefahren bin und somit wurde ich immer genervter. Selbst mein Freund traute sich kaum noch etwas zu sagen. Ich glaube, leben wir in einem Zeichentrick, hätte ich mich wohl in eine giftgrüne Hexe verwandelt, die statt Wörter pures Gift spuckt. Aber nach 11 Stunden war der Spuk zum Glück endlich vorbei und wir sind heil an unserem Ziel angekommen. Einem Hotel, direkt am Hafen, somit vielleicht nur 5 Minuten Fußweg vom Strand entfernt.

Aber wie nun unser Aufenthalt in Eckernförde war, könnt ihr bald in meinem nächsten Bericht lesen.
Doch so verratet mir doch mal: Hattet ihr auch mal eine so chaotische Anreise gehabt? Und was macht ihr, wenn ihr im Stau steht?

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend,
eure Shelly