Mittwoch, 24. Mai 2017

.:Rezension:. "Es beginnt am siebten Tag" von Alex Lake

Es beginnt am siebten Tag


von Alex Lake

Verlag: HarperCollins

(Gerne: Thriller)


Klappbroschur mit 480 Seiten
Deutsche Erstausgabe: Dezember 2016

ISBN-Nr.: 978-3959670555
Preis Buch (15,00€)
Preis E-Book (12,99€)

Inhalt:
„Erst deine Tochter und dann du...“
Der Albtraum einer jeden Mutter: Die fünfjährige Anna ist verschwunden, als Rechtsanwältin Julia sie von der Schule abholen will. Wurde sie entführt? Ist sie tot? Sechs Tage und Nächte voller Angst, sechs Tage voller Selbstvorwürfe. Am siebten Tag taucht das Mädchen wieder auf. Es scheint unverletzt und hat keine Erinnerungen an das, was geschah. Julia und ihr Mann Brian sind unendlich erleichtert. Bis Julia merkt, dass das Schlimmste für sie nun erst beginnt. Denn wer auch immer ihre Tochter in 
der Gewalt hatte und wiedergebracht hat, will nicht das Kind vernichten...


Meine Meinung:
Für mich persönlich ist das Cover nicht sehr ansprechend und verrät auch nicht wirklich etwas über die Geschichte. Was man nur sieht, ist in kleines Mädchen an einem trüben Tag, welches auf einer Schaukel sitzt. Ich selbst hab mir dabei die kleine Anna vorgestellt, wie sie auf dem Schulgelände auf ihre Mutter wartet und dann spurlos verschwand. Jedoch dieses Wissen haben wir bereits schon vom Klappentext. Es soll wohl mehr verdeutlichen werden, dass es hierbei um eine Kindesentführung geht. Doch an sich hat dieses Cover nicht so wirklich einen Bezug auf die Story. Denn leider wurde nie erwähnt, dass die kleine Anna auf einer Schaukel saß, oder eben von einem Kinderspielplatz entführt wurde. Dadurch hab ich mir auch einen kleinen falschen Eindruck vorweg von diesem Buch geholt. Ich bin nämlich eher mit der Erwartung dran gegangen, dass die Geschehnissen komplett mit der kleinen Anna zu tun haben, auch nachdem sie wieder unverletzt auftaucht. Doch dann dreht sich die komplette Geschichte und man erfährt eher, dass es sich hierbei eher um die Rechtsanwältin Julia dreht. Somit wäre doch eine entsetzte Mutter, die verzweifelt ihre Tochter sucht, nicht ein passendes Cover gewesen?

Jedoch der Titel „Es beginnt am siebten Tag“ finde ich wirklich klasse. Sobald ich den Titel gelesen hatte und gleich darunter auch den Genre-Hinweis Thriller sah, fragte ich mich: Was beginnt am siebten Tag? Und das hat meine Neugier geweckt. Durch einen kleinen Blick auf die Inhaltsangabe war ich immer mehr verwirrt, da diese auch nichts wirklich verriet. Man hat zwar seine persönliche Vorahnung, was geschehen könnte, doch um diese eventuell zu bestätigen, muss man erst dieses Thriller lesen. Und dieses Phänomen, dass ein Titel einen Leser in den Bann ziehen kann, finde ich wirklich klasse. Tatsächlich dreht sich die Geschichte auch im 2. Teil um das Leben der Nina, Annas Mutter. Nach dem 7. Tag ist die kleine Anna wieder heile zu Hause angekommen, jedoch kommt einfach keine Ruhe in Ninas Leben rein. Schade dabei ist, dass der Titel sich leider erst so richtig ab den 2. Teil des Buches sich bezieht. Vielleicht hätte man den 1. Teil mit der Kindesentführung nicht so sehr in Länge ziehen sollen.

An sich finde die Idee zum Thriller auch nicht schlecht. Besonders der erste Teil des Buches hat mir besonders gut gefallen. Dabei handelt es sich um die Tage, wo die kleine Anna verschwunden war. Obwohl ich selbst keine Kinder habe, konnte ich mich sehr gut in Julia hineinversetzen. Ihr Gefühlschaos, Verzweiflung und das eigene Handeln sind hier besonders gut beschrieben. Ich war regelrecht gefesselt und verstand selbst die Welt nicht mehr. Erst verschwindet das Kind und die eigene Familie stellt sich gegen sie. Die Polizei findet keine richtige Spur, was Julia immer mehr in die Verzweiflung treibt. Das schöne dabei ist auch, dass immer wieder kleine Kapitel von der Sicht des Entführers auftauchen. Jedoch sind sie so beschrieben, dass sie kaum etwas verraten und man selbst als Leser regelrecht in den Bann gezogen wird. Die Spannung steigt dabei immer mehr an und man fragt sich: Wann taucht Anna wieder auf? Und vor allem: Was hat der Entführer vor und stellt keine Forderungen, wie zB ein Lösegeld? Als dann Anna im 2. Teil des Buches wieder auftaucht, merkte ich, dass sich die Geschichte total wendet. Anna spielt auf einmal nur noch eine Nebenrolle und dabei verlor es auch an Spannung. Es gab immer wieder Strecken, die etwas in die Länge gezogen wurden und somit machte es mir teilweise auch keinen Spaß mehr, es weiter zu lesen. Mit dieser schnellen Wendung der Geschichte hab ich nicht gerechnet, vor allem, in welche Richtung sie ging. Dadurch war ich auch etwas enttäuscht. Doch zum Schluss hin kam wieder die Spannung mit einem teilweisen „überraschenden“ Ende. Denn leider wird auch im 2. Teil recht schnell verraten, wer nun der Entführer ist und was seine Zwecke dafür waren. Es war dann nur noch reines ermitteln und festnehmen des Entführer, was aber durch spannungsreiche Situationen gut hervor geholt wurde.

Mein Fazit:
„Es beginnt am siebten Tag“ von Alex Lake ist ein Thriller auf eine besondere Art. Egal ob man Kinder hat oder nicht, der Schriftsteller bringt einem das Gefühlschaos von einem verschwunden Kind so nahe, als ob man es am eigenen Leib erfahren würde. Mit kleinen Zwischenblicken vom Entführer und teilweise große Spannungsbögen kann er einen gut in den Bann ziehen. Jedoch sollte einem bewusst sein, dass dieser Thriller nicht nur um das entführte Kind Anna handelt, sondern ein ganz anderes Ziel vor Augen hat. 

Kommentare:

  1. Ich habe das Buch vor einigen Monaten gelesen und hatte mehrere Probleme damit. So fand ich zum Beispiel die erste Hälfte nur bedingt spannend - es war ja schon klar, dass Anna wieder auftauchen würde, hat der Klappentext ja wunderbar verraten. Die Täterperspektive war absolut unglaubwürdig in ihrem Versuch, bloß keine Namen zu nennen. Spätestens als klar war, wer dahinter steckt, ging da für mich jedwede Glaubwürdigkeit verloren. Hätte ich meinen Buchblog nicht inzwischen gekillt, weil ich was Neues wollte (wobei Bücher nur noch am Rande eine Rolle spielen) hätte ich nochmal nachschlagen können, was mich alles gestört hat :D

    Liebe Grüße

    Claudia

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  2. Moin,

    ich hab das Buch vor ein paar Monaten gelesen und fand es richtig schlecht.
    Zum einen, weil man ja schon weiß, dass Anna wieder auftauchen wird, der Autor aber mal knapp die Hälfte des Buches daran verschwendet die sechs Tage der Entführung durchzukauen.

    Vorallem Annas Mutter ist mir als unmögliche Person im Gedächtnis geblieben und ich hatte auch schon relativ schnell durchschaut, wer das Kind entführt hatte XD

    lg
    nadine

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